Hermann Ladner
Vortrag

Ihr habt das Thema. Ich habe die Übung, die es im Raum sichtbar macht.

Die meisten Vorträge sind fertig, bevor jemand sie bucht. Bei mir ist es umgekehrt. Den Aufhänger suchen wir vorher gemeinsam: in Hessen waren es die neuen Mehrheiten nach den Wahlen, in einem Pharmakonzern die global verteilten Teams, bei einer Wirtschaftsförderung der Fachkräftemangel.

Darunter liegt jedes Mal derselbe Befund. Dieselbe Sache wird von den Beteiligten verschieden gelesen, und niemandem fällt es auf. Diesen Zustand nenne ich Entscheidungsnebel, und er ist das, was ich im Raum sichtbar mache.

Dafür braucht es keine Folien, jedenfalls nicht am Anfang. Das Publikum erlebt den Befund in wenigen Minuten an sich selbst. Danach sprechen wir über das, was es gerade erlebt hat, und nicht über ein Modell.

Hermann Ladner spricht vor einer kleinen Runde

Für welche Anlässe ich den Impuls baue

Verbände und Wirtschaftsförderungen

Eine Organisation bringt ihre Mitglieder zusammen, und das Thema kommt aus deren Lage. Von einem ganzen Lehrgangstag bis zu einem Abend mit Referat und Podium. Zum Beispiel für den Hessischen Städte- und Gemeindebund.

Interne Kaderveranstaltungen

Fünfundvierzig Minuten bis drei Stunden im eigenen Haus, eingebettet in eine Führungstagung oder ein internes Format. Zum Beispiel vor Führungskräften am Hauptsitz eines global tätigen Pharmakonzerns.

Kundenanlässe

Ein Impuls vor dem Kundenkreis eines Unternehmens, das seine Kunden zusammenbringt. Zum Beispiel für Personio an einem HR-Dinner, mit einer Denkaufgabe zu Beginn und Gesprächsstoff für den ganzen Abend.

Konferenzen und Fachtagungen

Vor einem Fachpublikum, das mit dem Thema beruflich zu tun hat. Zum Beispiel an der LearnTec, bei der DSAG, beim Diplomatic Council, an der OOP, der Manage Agile und der Agile Beyond IT.

Was im Raum passiert

Bei einem globalen Anlass einer firmeninternen Agile Community in einem global tätigen Pharmakonzern haben wir nicht mit Folien angefangen, sondern mit einem Bleistift. Der Anlass war virtuell. Zwei kurze Übungen mit einfachen Zahlenreihen, und nach einer Minute war der Raum geteilt. Nicht nach Rolle, nicht nach Erfahrung, sondern nach Wahrnehmung.


Ich dachte, die anderen seien klüger als ich. Dabei haben sie nur einen anderen Blickwinkel gesehen.

Das sagte ein Teilnehmer in der Auswertung, und es blieb allen im Gedächtnis. Von da an sprechen wir über das, was gerade im Raum passiert ist: dass wir in Mustern denken, dass wir Menschen suchen, die unsere Muster bestätigen, und dass wir dabei übersehen, wer anders sieht.

Dass es so schnell geht, hat einen Grund. Das Gehirn vervollständigt Muster, bevor wir sie prüfen können, und sucht danach vor allem nach Bestätigung. An den Zahlenreihen wird das greifbar: Jede Regel, die im Raum entsteht, ist in sich stimmig, und jede erklärt dieselben Zahlen anders. Woher dieser Mechanismus kommt und was er in Führungsteams auslöst, steht in meinem Buch «Klarheit entsteht im Handeln», das im Frühjahr 2027 bei Schäffer-Poeschel erscheint.

Hermann Ladner leitet eine virtuelle Session, auf zwei Bildschirmen die Kachelansicht der Teilnehmenden
Aus dieser Runde stammt der Satz oben.

Dasselbe im Saal, vor fünfzig Leuten

Das Innovations- und Gründerzentrum Zofingen, die regionale Wirtschaftsförderung, hatte zu einem Referats- und Podiumsanlass über den Fachkräftemangel geladen. Rund fünfzig Personen kamen ins Palass in der Altstadt. Statt zu referieren, habe ich gefragt, woran es aus ihrer Sicht liegt, und die Antworten an der Wand mitgezählt.

Hermann Ladner vor vollem Saal im Palass Zofingen, auf der Leinwand die Folie Der explorative Dialog
Palass Zofingen, Anlass des Innovations- und Gründerzentrums zum Fachkräftemangel.

Nach wenigen Minuten stand das Ergebnis da. Trends und Best Practices sieben Striche, Umfeldbedingungen fünf, Organisation neun, gelebte Kultur neunzehn. Der Saal hatte sich selbst gesagt, wo er das Problem verortet.

Hermann Ladner neben einem Flipchart mit vier Feldern und einer Strichliste, davor das Publikum
Die Strichliste des Saals: gelebte Kultur mit deutlichem Abstand zuoberst.

Stimmen

Meine Sorge, mir einen weiteren Vortrag der Kategorie «Sau durchs Dorf treiben» anzuhören, haben Sie vollständig zerstreut. Wenn doch nur mehr Berater die Dinge so sachlich sehen würden.
Prof. Dr. Jan M. Olaf
Studiengangsleiter und Leiter des Studienzentrums IT-Management und Informatik, DHBW Lörrach
What really stuck in my head is the numbers exercise. It gave me a clear vision of how people can diverge and bring other points of view, and how we can demonstrate that in less than five minutes. I will take this exercise and use it in my teams.
Hector Garcia Urena
Teilnehmer, Agile Community of Practice
I had the chance to experience a Neuro-Impulse firsthand, a powerful reminder of how instantly our brain forms assumptions and shapes the way we see each other. Many team frictions stem not from people, but from misaligned perspectives and hidden assumptions.
Markus Schlatterer
Leiter einer Community of Practice, Auftraggeber des Impulses
The exercises were engaging and revealed how easily our perceptions can shape our judgments. It challenged our assumptions about leadership and highlighted the importance of diverse perspectives.
Marco Bossert
Agile Coach, Veranstalter und Teilnehmer des Führungsdialogs
Das Thema war nicht nur spannend, sondern höchst relevant. Die Denkanstösse werden noch lange in unseren Köpfen bleiben und zu weiteren Gesprächen anregen. Eine kleine Denkaufgabe zu Beginn machte den Vortrag interaktiv und sorgte für Gesprächsstoff den ganzen Abend über.
Christina Nier
HR Solution Consultant, Veranstalterin des HR-Dinners
1 bis 3 von 5

Wie ein Anlass zustande kommt

Am Anfang steht ein Gespräch mit den Verantwortlichen, keine Themenliste. Darin suchen wir die Frage, die bei Euch gerade offen ist, und prüfen, ob darunter Entscheidungsnebel liegt. Erst daraus entstehen der Aufhänger und die Ausschreibung.

Dass sich dieser Umweg lohnt, hat sich in Hessen gezeigt. Der Hessische Städte- und Gemeindebund hatte für den ersten Durchgang mit weniger Anmeldungen gerechnet. Vierzig Bürgermeisterinnen und Bürgermeister kamen, nach Aussage des Verbands mehr als je zuvor, und er führt das auf die Ausschreibung zurück: darauf, dass die Einladung ihre Lage benannte und nicht ein Thema.

Was ich mitbringe, bleibt dabei gleich: die drei Übergänge, an denen Klarheit verloren geht, die Übungen, die das im Raum sichtbar machen, und zwei bis drei Werkzeuge, mit denen die Teilnehmenden am nächsten Tag weiterarbeiten können.

Den Anlass habt Ihr. Den Aufhänger und die Übung dazu finden wir in dreissig Minuten.

Du erzählst, was für ein Anlass es ist, wer im Raum sitzt und was dort gerade offen ist. Daraus entsteht beides. Danach weisst Du, ob es passt. Kostenfrei.